Die Gefangenschaft verschreibt einen Menschen an einen besitzlosen Raum.
Ich habe mich selbst auch dort gefunden.
Die Luftlosigkeit ist schwindelerregend.
Ein Ort an dem sich selbst die Träume nicht trauen zu flanieren.
Ein geschlossenes Luftloch,
Geschlossene Türe und ein Tisch.
Etagenbett und eine Toilette.
Diese auch noch mit den anderen Dingen in Einem, verdammt.
Meine Strafe wurde gefällt.
Zeit ist nun, jenseits im Kerker.
Meine Schultern eine Leiche tragend
Die Sekunden sind in Schritten so langsam wie Jahre.
Ein unerwarteter Zufall, an einem unsagbaren Tag wie diesem.
Eine Begegnung mit meinem Gefährten.
Ein Moment des Kennenlernens von Aug zu Aug.
In meinen Augen das Entsetzen des Krieges.
In den Seinen, die hinterlassenen Spuren,
ein sedimenthaft- versteinerter Ausdruck,
eines ausgefochtenen Lebens.
Die Reise hat ein Ende.
Im zentralhaften Kerker bin ich nun.
Säuerlich und halb wach.
Das für mich geschneiderte Leichenhemd zuuu groß
Und schwer…
Anscheinend werde ich auch müde,
- bei Zeiten,
und zwar auf die wunderlichste Art und Weise.

An Tagen wie diesem öffneten sich,
ohne Halt, indes meine Türen.
Ja, ja, ein Gast…
In der Gefangenschaft bekanntlich immer willkommen.
Der heilige Josef beehrte meine Zelle.
Es erfüllte mich mit Mut und Freude.
Die Konversation mit Verehrung und Bewirtung gekrönt,
vertiefte sich mit Redseligkeit:
„All Gewahrsam sind Schulen Josefs.
Meine Wenigkeit hat auch zwei Jahre in Gewahrsam geschlafen.“
entgegnend, streichelte er seinen Bart.
Und er gab sein Wort:
„ Allen Verbannten, wird mein Schatten,
Mut
und mein Atem,
Stärke geben.“
Er war sich gewahr, was es in Gefangenschaft bedarf.
Mein Gefährte, Baba Selahattin,
dich habe ich nicht vergessen,
habe dich auch erwähnt.
Ich habe erwähnt, dass du demnächst freigelassen wirst und er sagte:
„Ich weiß, er wird seine Flügel schlagen und die Mauer überwinden.“
Er hat ziemlich lange für dich gebetet.
So war es, mein Gefährte.
Diese erhabene Persönlichkeit ist gekommen.
In dem Sinne, wie Augen nicht hören, Ohren nicht sehen können.
Und ich rufe diesen fernen, vermeintlichen Tag.
Fange die Freiheit
Warte auf mich in Freiheit.
Ich werde kommen.
Gemeinsam, werden wir schreiten, auf sie zu.

Ramazan Yavuz
JVA Düsseldorf
Ulmenstraße 95
40476 Düsseldorf

übersetzt von R. Kücükönel